Unverträglichkeiten gegenüber bestimmten Substanzen, sei es Nahrungsmitteln, Allergenen, Medikamenten oder anderen Reizen, sind ein weit verbreitetes Gesundheitsproblem, das Menschen weltweit betrifft. Wie Unverträglichkeiten festgestellt werden können und welche Symptome und Auswirkungen sie haben, erfahren Sie in diesem Bericht.
Was sind Unverträglichkeiten?
Unverträglichkeiten sind Reaktionen des Körpers auf bestimmte Substanzen oder auch Umweltfaktoren, bei denen es zu unerwünschten Symptomen kommt, ohne dass das Immunsystem beteiligt ist. Diese Reaktionen können vielfältige Ursachen haben und unterschiedliche Substanzen betreffen.
Die häufigsten Arten von Unverträglichkeiten sind:
- Nahrungsmittelunverträglichkeiten (z.B. Laktoseintolerant, Glutenunverträglichkeit, Fruktosemalabsorption)
- Chemikalienunverträglichkeit (z.B. Duftstoffe, Reinigungsmittel, Pestizide)
- Medikamentenunverträglichkeit
- Inhalationsunverträglichkeit (z.B. Pollen, Tierhaare, Schimmelsporen)
- Histaminintoleranz
- Alkoholunverträglichkeit
- Koffeinunverträglichkeit
Pflegegrad-12345 Hinweis: Unverträglichkeiten sind nicht dasselbe wie Allergien. Bei Allergien reagiert das Immunsystem auf eine Substanz, während bei Unverträglichkeiten keine Immunreaktion stattfindet. Die Symptome von Unverträglichkeiten können variieren und reichen von milden Beschwerden bis hin zu schwerwiegenden Problemen. Daher erfordert die Diagnose von Unverträglichkeiten oft eine sorgfältige Untersuchung, die den Einsatz von speziellen Testverfahren einschließt.
Symptome bei Unverträglichkeiten
Unverträglichkeiten gegenüber bestimmten Substanzen, sei es Nahrungsmitteln, Allergenen, Medikamenten oder anderen Reizen, können eine breite Palette von Symptomen verursachen. Die Symptome können von Person zu Person unterschiedlich sein und hängen von der Art der Unverträglichkeit und ihrer Schwere ab.
Häufige Symptome, die bei Unverträglichkeiten auftreten sind:
- Magen-Darm-Symptome
- Bauchschmerzen und Krämpfe
- Blähungen und Gasbildung
- Durchfall
- Verstopfung
- Übelkeit und Erbrechen
- Sodbrennen oder saures Aufstoßen
- Hautsymptome
- Juckreiz
- Hautausschläge wie Rötungen oder Quaddeln
- Ekzeme
- Schwellungen im Gesicht oder an anderen Körperstellen
- Atemwegssymptome
- Niesen
- Laufende oder verstopfte Nase
- Husten
- Kurzatmigkeit
- Engegefühl in der Brust
- Asthmaanfälle
- Psychische Beschwerden
- Angstzustände
- Depressionen
- Stimmungsschwankungen
- Herz-Kreislauf-Symptome
- Herzrasen
- Blutdruckabfall
- Müdigkeit & Erschöpfung
- Muskelschmerzen und Gelenkbeschwerden
- Gewichtsveränderungen
Es ist wichtig zu beachten, dass nicht alle Symptome sofort nach dem Kontakt mit der auslösenden Substanz auftreten müssen. Bei einigen Unverträglichkeiten kann es Stunden oder sogar Tage dauern, bis die spezifischen Symptome auftreten, was die Identifizierung des Auslösers erschweren kann.
Langfristige Auswirkungen von Unverträglichkeiten
Unbehandelte oder unkontrollierte Unverträglichkeiten können zu langfristigen gesundheitlichen Problemen führen. Zum Beispiel kann unbehandelte Zöliakie zu Dünndarmschäden und Nährstoffmangel führen. Andere langfristige Auswirkungen können sein:
- Chronische Entzündungszustände
- Beeinträchtigte Nährstoffaufnahme
- Reduzierte Lebensqualität
- Verschlimmerung von Begleiterkrankungen
- Psychische Gesundheitsprobleme
Diagnose von Unverträglichkeiten
Die Diagnose von Unverträglichkeiten erfordert in der Regel medizinische Untersuchungen und den Einsatz von unterschiedlichen Unverträglichkeitstests. Der erste Schritt besteht darin, einen Arzt/ eine Ärztin oder einen Spezialisten/ eine Spezialistin für Allergien oder Unverträglichkeiten zu konsultieren. Die Identifizierung der auslösenden Substanz ist entscheidend, um angemessene Maßnahmen zur Symptomkontrolle oder -vermeidung zu ergreifen.
Der Unverträglichkeitstest
Ein Unverträglichkeitstest ist ein diagnostisches Verfahren, das dazu dient, festzustellen, wie der Körper auf bestimmte Substanzen oder Umweltfaktoren reagiert. Diese Tests werden häufig durchgeführt, um festzustellen, ob eine Person empfindlich oder intolerant gegenüber bestimmten Nahrungsmitteln, Allergenen, Medikamenten, Chemikalien oder anderen Reizen ist. Unverträglichkeitstests können verschiedene Formen annehmen, darunter Bluttests, Hauttest, Atemtests, Provokationstests und Ausschlussdiäten.
Arten von Unverträglichkeitstests
Es gibt verschiedene Arten von Unverträglichkeitstests, die verwendet werden, um festzustellen, wie der Körper auf bestimmte Substanzen oder Umweltfaktoren reagiert. Da Unverträglichkeiten durch unterschiedliche Auslöser verursacht werden, gibt es auch verschiedene Tests, um diese Unverträglichkeiten zu identifizieren. Die Auswahl des geeigneten Tests hängt daher von der Art der Unverträglichkeit ab.
Hier sind einige der gängigsten Arten von Unverträglichkeitstests:
- Allergietests
Hauttests
Dazu gehören der Prick-Tests und der Intradermale Test, bei denen kleine Mengen allergener Substanzen auf die Haut aufgebracht werden, um allergische Reaktionen zu überprüfen.
Bluttests
Hierzu zählen Tests der Immunglobulin-E-Antikörper-Test, der RAST-Test und der ELISA-Test, die den Gehalt bestimmter Antikörper im Blut messen, die auf eine Allergie hinweisen können.
Provokationstests
Diese Tests werden in einer kontrollierten Umgebung durchgeführt, in dem der Patient oder die Patientin die verdächtige Substanz einnimmt oder ausgesetzt wird, während seine Reaktion überwacht wird.
- Nahrungsmittelintoleranztests
Atemtests
Atemtests werden zur Diagnose von Nahrungsmittelintoleranzen wie Laktose- oder Fruktoseintoleranz verwendet. Sie messen Gase im Atem, die auf eine unverträgliche Verdauung hinweisen können.
Stuhltests
Diese Tests können verwendet werden, um Anzeichen von Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Verdauungsproblemen nachzuweisen.
Bluttests (IgG-Antikörpertests)
Einige Labore bieten Tests an, die den Gehalt an Immunglobulin-G-Antikörpern gegen bestimmte Nahrungsmittel messen. Die Validität dieser Tests ist jedoch umstritten.
- Zöliakietests
Bluttests
Diese Tests messen Antikörper im Blut, die auf eine mögliche Zöliakie hinweisen können.
Dünndarmbiopsie
Eine Gewebeprobe aus dem Dünndarm kann entnommen werden, um eine definitive Diagnose von Zöliakie zu stellen.
- Chemische Sensibilitätstests
Provokationstests
Diese Tests können verwendet werden, um zu prüfen, ob eine Person auf bestimmte Chemikalien oder Umweltreize empfindlich reagiert, indem sie diesen Substanzen ausgesetzt wird.
Ausschlussdiäten
In einigen Fällen kann eine Unverträglichkeit diagnostiziert werden, indem verdächtige Substanzen aus der Ernährung entfernt werden und dann nach einer Verbesserung der Symptome geschaut wird. Anschließend werden diese Substanzen wieder eingeführt, um die Symptome zu überprüfen.
Wann sollte man einen Unverträglichkeitstest machen?
Die Entscheidung, wann man einen Unverträglichkeitstest durchführen sollte, hängt von den individuellen Symptomen und Umständen ab. Die Beschwerden bei Unverträglichkeiten sind sehr vielfältig und können auch Anzeichen auf andere Erkrankungen sein. Daher ist es ratsam, neu auftretende und lang anhaltende Symptome ärztlich abklären zu lassen. Unverträglichkeiten können sowohl körperliche als auch psychische Symptome und in seltenen Fällen auch chronische Beschwerden hervorrufen.
Hier sind einige Situationen, in denen die Durchführung eines Unverträglichkeitstests in Betracht gezogen werden könnte:
- Wenn Sie anhaltende gesundheitliche Probleme haben, die auf Nahrungsmittel oder andere Substanzen zurückgeführt werden könnten, kann ein Unverträglichkeitstest in Betracht gezogen werden. Dies können Symptome wie Bauchschmerzen, Durchfall, Hautausschläge, Atemprobleme, Kopfschmerzen oder Müdigkeit sein.
- Wenn Sie denken, dass bestimmte Nahrungsmittel bei Ihnen Unverträglichkeiten auslösen könnten oder wenn Sie bereits Allergien auf bestimmte Lebensmittel vermuten, ist es sinnvoll, einen entsprechenden Test durchzuführen.
- Eine familiäre Vorgeschichte von Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Allergien kann ein Hinweis darauf sein, dass Sie ein höheres Risiko für ähnliche Probleme haben könnten.
- Wenn Sie immer wieder Symptome erleben, nachdem Sie bestimmte Nahrungsmittel gegessen haben, kann dies auf eine Unverträglichkeit hinweisen und einen Test rechtfertigen.
- Ihr Gesundheitszustand und Ihre Lebensweise können die Entscheidung für einen Unverträglichkeitstest beeinflussen. Zum Beispiel, wenn Sie an chronischen Erkrankungen leiden oder besondere Ernährungsanforderungen haben, kann ein Test helfen, Ihre Ernährung anzupassen.
Wer kann einen Unverträglichkeitstest durchführen?
Ein Unverträglichkeitstest kann von verschiedenen medizinischen Fachleuten durchgeführt werden, abhängig von der Art der Unverträglichkeit und den spezifischen Symptomen, die eine Person hat. Hier sind einige Fachleute, die Unverträglichkeitstests durchführen können:
- Allergolog*innen
- Gastroenterolog*innen
- Dermatolog*innen
- Ernährungsberater*innen oder Diätassistent*innen
- Hausärzt*innen
Einige Unverträglichkeitstests können auch zuhause durchgeführt werden, aber sie sind oft weniger zuverlässig als Tests, die von medizinischen Fachleuten durchgeführt werden.
Folgende Unverträglichkeitstests können gelegentlich zuhause durchgeführt werden:
- Ausschlussdiät: Dies ist eine Methode, bei der Sie potenzielle Trigger-Lebensmittel aus Ihrer Ernährung entfernen und dann nach und nach wieder einführen, um festzustellen, ob bestimmte Lebensmittel Symptome auslösen. Dies erfordert jedoch Geduld und sorgfältige Aufzeichnungen über Ihre Ernährung und Symptome.
- Nahrungsmitteltagebuch: Sie können ein Tagebuch führen, in dem Sie Ihre Nahrungsaufnahme und auftretende Symptome notieren. Dies kann dazu beitragen, bestimmte Muster zwischen Lebensmitteln und Symptomen zu erkennen.
- Online-Selbsttests: Es gibt einige Online-Plattformen und Testkits, mit denen man Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Allergien diagnostizieren kann. Diese Tests sollten jedoch mit Vorsicht betrachtet werden, da ihre Zuverlässigkeit umstritten ist.
Was kostet ein Unverträglichkeitstests?
Die Kosten für einen Unverträglichkeitstest sind je nach Art des Tests unterschiedlich. Beispielsweise sind Hauttests in der Regel kostengünstiger als Bluttests. Diese können zwischen 300 und 500 Euro kosten.
Es ist wichtig zu beachten, dass die Kosten für Tests auf Zöliakie, Atemtests und Allergietests in vielen Fällen von gesetzlichen und privaten Krankenkassen gedeckt werden. Wenn es um Online-Selbsttests geht, liegt die finanzielle Verantwortung jedoch bei der Einzelperson. Hier erstreckt sich die Preisspanne normalerweise von 30 bis 180 Euro.
Die Krankenkassen übernehmen auch nicht die Kosten für den sogenannten IgG4-Test, bei dem das Vorhandensein von Immunglobulin G im Blut gemessen wird. Die Kosten für einen IgG4-Tests variieren je nach Labor und können mehrere hundert Euro betragen.
Aussage von Unverträglichkeitstests
Unverträglichkeitstests können Aussagen darüber geben, ob man positiv oder negativ auf eine Nahrungsmittelunverträglichkeit reagiert. Wenn der Test positiv ausfällt, bedeutet das, dass der Test Anzeichen auf eine empfindliche Reaktion auf bestimmte Nahrungsmittel oder Allergene gefunden hat. Ein negativer Test weist darauf hin, dass keine Anzeichen einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Nahrungsmitteln oder Allergenen gefunden wurden.
Einige Bluttests, wie der IgG4-Test, messen die Konzentration von Antikörpern im Blut gegen bestimmte Lebensmittel. Die Aussage dieser Tests ist, dass die Konzentration der Antikörper gegenüber bestimmten Lebensmitteln erhöht ist, was auf eine mögliche Empfindlichkeit hinweisen kann.
Was tun bei einem positiven Unverträglichkeitstest?
Bei einem positiven Unverträglichkeitstest sollten die Testergebnisse zunächst mit einem Arzt, Allergologen oder einem Ernährungsberater ausgewertet werden, um die Symptome zu besprechen und geeignete Behandlungsmaßnahmen festzulegen.
In der Regel sollte zunächst die Ernährung angepasst werden, um Auslöser für bestimmte Unverträglichkeiten zu vermeiden. Dies bedeutet, dass bestimmte Lebensmittel aus der Ernährung entfernt und durch Alternativen ersetzt werden sollten. Neben der Ernährungsanpassung können auch Veränderungen im Lebensstil erforderlich sein, um die Unverträglichkeit besser zu bewältigen. Dies kann beispielsweise die Vermeidung von Umweltallergenen einschließen. In einigen Fällen können Medikamente oder andere Therapieansätze verschrieben werden, um Symptome zu lindern oder die Reaktion auf Unverträglichkeiten zu kontrollieren.






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