Die hygienische Händedesinfektion ist eine grundlegende Maßnahme in der Pflege, die entscheidend zur Vermeidung von Infektionen beiträgt. Gerade für pflegende Angehörige, die ihre Liebsten zu Hause betreuen, ist das richtige Verständnis und die konsequente Anwendung dieser Technik von großer Bedeutung. In diesem Beitrag erfahren Sie, warum die hygienische Händedesinfektion so wichtig ist und wie Sie sie effektiv in Ihren Pflegealltag integrieren können.
Was ist die hygienische Händedesinfektion?
Die hygienische Händedesinfektion ist von großer Bedeutung, um die Verbreitung von Keimen und Infektionen zu verhindern. Besonders bei Tätigkeiten mit einem hohen Infektionsrisiko ist die Desinfektion der Hände unerlässlich. Im Gegensatz zum Händewaschen, das nur sichtbaren Schmutz entfernt, sorgt die Desinfektion dafür, dass die Haut hygienisch rein und damit weitgehend keimfrei ist. Die Desinfektion der Hände ist in vielen Situationen notwendig, unabhängig davon, ob Handschuhe getragen werden. Beispielsweise sollte die Händedesinfektion vor und nach jedem Kontakt mit Patient*innen, vor jeder aseptischen Tätigkeit (z.B. Wundversorgungen) oder auch nach jedem Kontakt mit potenziell infektiösem Material wie Blut, Sekreten oder kontaminierten Gegenständen durchgeführt werden. Auch ist die Händedesinfektion nach dem Kontakt mit der unmittelbaren Patientenumgebung notwendig.
Händewaschen und hygienische Händedesinfektion – Wo liegt der Unterschied?
Das Händewaschen und die hygienische Händedesinfektion sind zentrale Maßnahmen der Händehygiene, dienen jedoch unterschiedlichen Zwecken und werden auf verschiedene Weise durchgeführt.
Der Hauptunterschied zwischen dem Händewaschen und der hygienischen Händedesinfektion liegt in der Effektivität und dem Zweck der Maßnahmen. Während Händewaschen in erster Linie der Entfernung von sichtbarem Schmutz und einer allgemeinen Reduktion von Keimen dient, bietet die hygienische Händedesinfektion einen hohen Schutz vor Krankheitserregern und minimiert das Risiko der Übertragung von Infektionskrankheiten erheblich.
Händewaschen
- Zweck: Entfernt Schmutz, organisches Material und eine gewisse Anzahl von Mikroorganismen durch mechanische Reibung und Abspülen.
- Mittel: Wasser und Seife.
- Dauer: Mindestens 20 Sekunden.
- Vorgang: Die Hände werden unter fließendem Wasser befeuchtet, mit Seife eingerieben, gründlich gereinigt (einschließlich Handflächen, Handrücken, zwischen den Fingern und unter den Nägeln), abgespült und getrocknet.
- Anwendung: Geeignet für den Alltag, nach dem Toilettengang, vor dem Essen und wenn die Hände sichtbar verschmutzt sind.
Hygienische Händedesinfektion
- Zweck: Abtötung von pathogenen Mikroorganismen auf den Händen, um das Infektionsrisiko zu minimieren.
- Mittel: Alkoholbasierte Desinfektionsmittel.
- Dauer: Etwa 30 Sekunden.
- Vorgang: Eine ausreichende Menge Desinfektionsmittel wird in die Hände gegeben und gründlich verteilt (inklusive Handflächen, Handrücken, Fingerzwischenräumen, Daumen und Fingerspitzen).
- Anwendung: Vor allem in medizinischen Einrichtungen, nach Kontakt mit potenziell infektiösen Materialien oder in Situationen, in denen keine sichtbare Verschmutzung vorliegt, aber ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht.
Wieso ist die hygienische Händedesinfektion so wichtig?
Die Ziele der hygienischen Händedesinfektion sind vielfältig und von großer Bedeutung für den Schutz der Gesundheit. Hier sind die wichtigsten Ziele zusammengefasst:
- Reduktion der Keimbelastung: Durch die hygienische Händedesinfektion sollen pathogene Mikroorganismen, einschließlich Bakterien, Viren und Pilze, auf den Händen deutlich reduziert werden.
- Verhinderung der Übertragung von Infektionen: Die Desinfektion der Hände ist eine wesentliche Maßnahme zur Verhinderung der Übertragung von Infektionskrankheiten, insbesondere in medizinischen Einrichtungen, aber auch im Alltag.
- Schutz von Patienten und Personal: Im medizinischen Bereich dient die Händedesinfektion dem Schutz sowohl der Patienten vor nosokomialen Infektionen (Krankenhausinfektionen) als auch des Personals vor berufsbedingten Infektionen.
- Selbstschutz: Ebenso kann eine pflegebedürftige Person Krankheitserreger weitergeben – beispielsweise durch Kontakt mit Blut, Erbrochenem, Stuhl oder Wundsekret. Eine hygienische Händedesinfektion kann die Übertragung von Infektionserregern auf die eigene Person verhindern.
- Sicherstellung der Hygiene: Regelmäßige und gründliche Händedesinfektion trägt zur allgemeinen Hygiene bei und ist ein grundlegendes Element der Infektionsprävention.
- Einhaltung von Vorschriften und Richtlinien: Die Durchführung der hygienischen Händedesinfektion entspricht den Empfehlungen und Richtlinien von Gesundheitsbehörden und Fachorganisationen, wie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Robert Koch-Institut (RKI).
- Vermeidung von Antibiotikaresistenzen: Indem Infektionen und die Verbreitung von Keimen verhindert werden, trägt die Händedesinfektion indirekt dazu bei, den Einsatz von Antibiotika zu reduzieren und somit der Entwicklung von Antibiotikaresistenzen entgegenzuwirken.
Die 6 Schritte der Standard-Einreibemethode (gemäß EN1500)
Die hygienische Händedesinfektion ist eine grundlegende Maßnahme zur Vermeidung der Übertragung von Krankheitserregern und zur Sicherstellung eines hohen Hygienestandards. Die Standard-Einreibemethode gemäß EN1500 beschreibt einen strukturierten Ablauf in sechs Schritten, der sicherstellt, dass alle Bereiche der Hände gründlich desinfiziert werden. Diese Methode ist einfach durchzuführen und benötigt lediglich ein geeignetes Desinfektionsmittel.
Jeder Schritt sollte mindestens fünf Sekunden dauern, um eine ausreichende Einwirkzeit des Desinfektionsmittels zu gewährleisten. Insgesamt dauert die hygienische Händedesinfektion etwa 30 Sekunden. Es ist wichtig, dass die Hände während des gesamten Prozesses feucht bleiben.
Die Einhaltung dieser sechs Schritte gewährleistet eine effektive Reduktion der mikrobiellen Besiedlung auf den Händen und trägt maßgeblich zur Vermeidung von Infektionen bei. Besonders in medizinischen Einrichtungen, aber auch in anderen Bereichen des öffentlichen Lebens, ist die hygienische Händedesinfektion eine unverzichtbare Maßnahme zum Schutz der Gesundheit.
Im Folgenden werden die sechs Schritte detailliert beschrieben:
Schritt 1: Handflächen
Eine ausreichende Menge Desinfektionsmittel in die hohle Hand geben. Die Handflächen beider Hände aneinander reiben, um das Desinfektionsmittel gleichmäßig zu verteilen.
Schritt 2: Handrücken
Mit der rechten Handfläche über den linken Handrücken reiben und umgekehrt. Dies sorgt dafür, dass auch die Handrücken vollständig benetzt werden.
Schritt 3: Zwischen den Fingern
Die Handflächen aneinander legen und die Finger verschränken, sodass auch die Zwischenräume der Finger benetzt werden. Diesen Schritt mehrmals wiederholen, um sicherzustellen, dass alle Zwischenräume desinfiziert sind.
Schritt 4: Außenseiten der Finger
Die Außenseiten der Finger auf gegenüberliegende Handflächen legen und mit den Handflächen reiben. Dies gewährleistet die Desinfektion der Außenseiten der Finger und der Fingergelenke.
Schritt 5: Daumen
Den rechten Daumen mit der linken Hand umfassen und reiben, dann den linken Daumen mit der rechten Hand umfassen und reiben. Dadurch wird der gesamte Daumen gründlich desinfiziert.
Schritt 6: Fingerspitzen und Nägel
Die Fingerspitzen der rechten Hand in die linke Handfläche legen und kreisend reiben, dann mit der anderen Hand wiederholen. Dieser Schritt stellt sicher, dass die Fingerspitzen und die Nagelbetten, in denen sich oft Mikroorganismen ansammeln, gründlich desinfiziert werden.
Die 5 Momente der hygienischen Händedesinfektion
Die hygienische Händedesinfektion ist eine zentrale Maßnahme zur Vermeidung der Übertragung von Infektionserregern im medizinischen und pflegerischen Bereich. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat fünf wesentliche Momente identifiziert, in denen die Händedesinfektion besonders wichtig ist:
1. Vor Patientenkontakt
- Situation: Bevor das Pflegepersonal oder der Arzt in direkten Kontakt mit einem Patienten tritt.
- Begründung: Reduziert das Risiko, dass Krankheitserreger vom Personal auf den Patienten übertragen werden. Dies ist besonders wichtig, um die Verbreitung nosokomialer Infektionen zu verhindern.
2. Vor aseptischen Tätigkeiten
- Situation: Bevor aseptische Tätigkeiten durchgeführt werden, wie das Legen eines Katheters, das Anlegen einer sterilen Wundversorgung oder die Verabreichung von Injektionen.
- Begründung: Verhindert, dass Krankheitserreger in sterile Bereiche oder auf sterile Geräte gelangen, wodurch das Infektionsrisiko für den Patienten erheblich reduziert wird.
3. Nach Kontakt mit potenziell infektiösen Materialien
- Situation: Nach Kontakt mit Körperflüssigkeiten, Schleimhäuten, Wunden oder kontaminierten Gegenständen.
- Begründung: Reduziert das Risiko der Kontamination der eigenen Hände und verhindert die Übertragung von Krankheitserregern auf andere Patienten oder Oberflächen.
4. Nach Patientenkontakt
- Situation: Nachdem das Pflegepersonal oder der Arzt den direkten Kontakt mit einem Patienten beendet hat.
- Begründung: Verhindert die Übertragung von Erregern, die während des Kontakts aufgenommen wurden, auf andere Patienten oder Oberflächen in der Umgebung.
5. Nach Kontakt mit der unmittelbaren Patientenumgebung
- Situation: Nachdem man die unmittelbare Umgebung des Patienten berührt hat, z. B. Bett, Nachttisch, medizinische Geräte oder andere Oberflächen in der Nähe des Patienten.
- Begründung: Reduziert das Risiko, dass Keime aus der Patientenumgebung auf die Hände des Personals gelangen und von dort weiterverbreitet werden.
Die hygienische Händedesinfektion in der häuslichen Pflege
Auch in der häuslichen Pflege ist die Einhaltung von Hygienemaßnahmen besonders wichtig, um die Gesundheit der pflegebedürftigen Person und der pflegenden Angehörigen zu schützen. Eine zentrale Maßnahme ist dabei die hygienische Händedesinfektion.
Pflegende Angehörige sollten sich daher regelmäßig über aktuelle Hygienerichtlinien informieren und sich der Bedeutung der Händehygiene bewusst sein. Die Teilnahme an Schulungen oder Informationsveranstaltungen kann dabei helfen, die Kenntnisse und Fähigkeiten zu vertiefen. Gut informierte und geschulte Angehörige können effektiver zur Gesundheit und Sicherheit der pflegebedürftigen Person beitragen.
Händedesinfektionsmittel in der HYGIBOX
Händedesinfektionsmittel gehören zu den sogenannten Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch. Diese Mittel, zu denen auch Einmalhandschuhe, Mundschutz oder Fingerlinge zählen, sind in Pflegehilfsmittel-Boxen wie der HYGIBOX enthalten.
Pflegebedürftige, die zuhause von Angehörigen oder privat Pflegenden betreut werden, können durch die HYGIBOX monatlich kostenfrei Pflegehilfsmittel beziehen. Diese werden gemäß den Ansprüchen des Sozialgesetzbuches, der bis zu 40€ pro Monat für Pflegehilfsmittel vorsieht, von der Pflegekasse übernommen. Dies entspricht einer potenziellen Ersparnis von bis zu 480 € pro Jahr.
Die HYGIBOX bietet Flexibilität durch eine Auswahl von 6 vorgefertigten Paketen oder die Möglichkeit, eine individuelle Box über den Konfigurator zusammenzustellen. Dadurch erhalten pflegebedürftige Personen genau die Produkte, die ihren persönlichen Bedürfnissen am besten entsprechen, inklusive Händedesinfektionsmittel zur Gewährleistung einer sicheren Pflege Umgebung.
Weitere Informationen zur HYGIBOX gibt es unter: https://www.hygibox.de/?gad_source=1&gclid=CjwKCAjwps-zBhAiEiwALwsVYdwmea-Un8uHHGOycMUxcnOumfAt_wW2DGCLxbXA-hoz0cjSmfaWXRoC1XUQAvD_BwE

Feature Fragen
Welche Schritte in der hygienischen Händedesinfektion gibt es?
Die Schritte in der hygienischen Händedesinfektion sind: Einreiben der Handflächen, Einreiben des Handrückens, Einreiben der Fingerzwischenräume, Einreiben der Fingerkuppen, Einreiben der Daumen, Einreiben der Handgelenke
Wie lange dauert die hygienische Händedesinfektion?
Die hygienische Händedesinfektion dauert in der Regel etwa 30 Sekunden.






Leave a Comment